Gemeinsame Erklärung der Jusos MV und des Forum DL21 MV: Nein zur Bundeswehr an Schulen

Auf der Landtagssitzung am 10. Juni 2016 hat die SPD-Landtagsfraktion einen Antrag der Linkspartei abgelehnt, der sich gegen die Militarisierung der Bildung durch den Auftritt der Bundeswehr an Schulen richtet. Im gleichem Atemzug wird der Linkspartei ein gestörtes Verhältnis zur Bundeswehr vorgeworfen. Diese Haltung kritisieren die Jusos Mecklenburg-Vorpommern und die Regionalgruppe Mecklenburg-Vorpommern des Forums DL 21 e.V. scharf.

Hierzu erklärt Luisa Heide, Landesvorsitzende der Jusos MV: „Wir distanzieren uns in aller Deutlichkeit von der Haltung der SPD-Landtagsfraktion, die Auftritte der Bundeswehr an Schulen legitimiert. Bildung ist keine Aufgabe von Streitkräften. Auf die Mündigkeit von Schülerinnen und Schülern hinzuweisen, zielt ins Leere, denn egal wie mündig junge Menschen an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern auch sind und egal wie neutral die Bundeswehr an Schulen auch auftritt – diese Auftritte helfen der Bundeswehr dabei, sich selbst und die Handlungen der Bundeswehr in Kriegen und anderswo in die Mitte der Gesellschaft zu tragen und salonfähig zu machen.“

Roman Möller, Landesvorsitzender der Regionalgruppe MV des Forums DL 21, ergänzt: „Ein gestörtes Verhältnis zur Bundeswehr? Verstörend ist viel mehr die Vorstellung, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der die Bundeswehr schon bei Schülerinnen und Schülern das Image eines völlig normalen Arbeitgebers hat. Das kommt einer Verharmlosung der Bundeswehr und ihrer Aktivitäten gleich. Unsere Armee tritt in verschiedenen Ländern in Kriegen als Aggressor auf und ist für den Tod zahlreicher Menschen, vor allem in der Zivilgesellschaft, verantwortlich. Sie hilft dabei, eine Gesellschaft zu etablieren, in der Gewalt und der Umgang mit Schusswaffen als normal gilt. Dies kann und darf kein Gegenstand von Schulbildung sein.“

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